Andreas Hülsewig stellt Möglichkeiten in Espelkamp vor – Einrichten von Access-Points

Von Felix Quebbemann Espelkamp (WB). Internet und WLAN werden ein immer wichtigerer Standortfaktor für Städte und Gemeinden. 
In der Nachbarstadt Lübbecke geht in diesem Monat noch das freie WLAN an den Start.

Soweit sind die Planungen in Espelkamp noch nicht fortgeschritten.
Im Stadtentwicklungsausschuss hat jetzt Andreas Hülsewig von MK Netzdienste (MKN) mit Sitz in Minden die Voraussetzungen vorgestellt, unter denen ein freies WLAN-Netz in der Stadt überhaupt möglich ist. 


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Wilfried Windhorst, CDU-Ausschuss- Vorsitzender, begrüßte den Experten und erklärte einleitend, dass die Innenstadt mit schnellem Internet schon gut ausgestattet sei. »Die Ortschaften kämpfen seit Jahren jedoch um einen besseren Anschluss«, erklärte er und übergab an Hülsewig. Der erläuterte zunächst einmal den Sachverhalt nach den neuesten Entwicklungen bei der Störerhaftung (siehe unten). Anschließend erklärte er, wie einfach es sei, sich in ein freies und kostenloses WLAN-Netz einzuloggen. »Mit dem Laptop oder dem Handy gehe ich in den Empfangsbereich des WLAN-Netzes. Dann wird man automatisch auf die Seite des Datenschutzes geleitet. Dort muss man einmal die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bestätigen und kann dann unbegrenzt lossurfen. « Hülsewig erklärte, dass die Rechtssicherheit auf jeden Fall gegeben sei. Durch das Einloggen in das freie WLAN-Netz komme es zu einem Vertrag des Nutzers mit dem Provider. Ein Dritter, wie zum Beispiel ein Stadtmarketingverein als Initiator des freien Netzes, bleibe außen vor.

Infrastruktur

CDU-Politiker Jaroslaw Grackiewicz wollte wissen, welche Infrastruktur notwendig sei. »Besteht die Möglichkeit, vorhandene Infrastruktur einzubinden oder muss eine ganz neue aufgebaut werden?«. Hülsewig erklärte, dass unter anderem vorhandene Quellen für das freie WLAN-Netz genommen werde könnten. Die MKN könne aber auch neue Access-Points aufbauen. André Stargardt (SPD) wollte wissen, wie sich denn das freie WLAN-Netz für den Provider, also die MK Netzdienste, rechne. Hülsewig erläuterte, dass die Stadtdie Leitungen über die MKN buchen könne, die auch neue Access- Points aufstellen würde – gegen ein monatliches Entgelt. Technische Voraussetzung sei das Vorhandensein einer A-DSL-Leitung.

Beispiel Minden

Hülsewig führte das Beispiel Minden an. Dort hätte das Unternehmen etwa 50 Access-Points aufgestellt. Jeder Point reicht etwa für 100 Meter Empfang. Auf Espelkamp umgerechnet schätzte Hülsewig, dass für die Breslauer Straße zum Beispiel acht Access- Points notwendig seien. »Jeder kostet etwa 20 Euro, das wären dann 160 Euro.« Günter Bünemann, SPD-Ortsvorsteher aus Frotheim, erklärte daraufhin mit Blick auf die dürfte Ausstattung seines Ortes mit schnellem Internet. »Also wenn das so ist, dann können Sie ruhig in Frotheim auch ein paar Access- Points hinbauen.« Als Anschub für das freie WLAN machte Hülsewig den Vorschlag, dass der Stadtmarketingverein die ersten Points selbst aufstellen solle. Danach könnten Unternehmer und auch Gastronomen angesprochen werden, ob sie sich nicht auch an dem Netz beteiligen wollen. Dies habe auch einen guten Werbeeffekt. »Und so wird das Netz größer und größer«, erläuterte Hülsewig die Idee.« Wilfried Windhorst sagte abschließend. »Wir sollten das zeitnah weiterverfolgen. Freies WLAN ist ein wesentlicher Punkt für die Attraktivität unserer Stadt.«

Störerhaftung

Der neue Gesetzentwurf zur Störerhaftung durch die große Koalition soll die Anbieter von freien WLAN-Netzen entlasten, wenn es darum geht, welche Inhalte aus dem Internet von dem Nutzer abgerufen werden. Bislang war es so, dass der Anbieter eines freien Netzes, egal ob privater oder gewerblicher Betreiber, bei Rechtsverletzungen verantwortlich gemacht wurde. Eine solche Rechtsverletzung kann beim Datenaustausch ebenso geschehen wie auch beim Herunterladen eines neuen Songs oder gar beim Veröffentlichen eines Fotos.

Schild in der Stadt mit der Beschriftung: "Hier freies WLAN"

In vielen Städten gibt es bereits ein freies WLAN-Netz. Jetzt haben sich auch die Espelkamper Politiker im Stadtentwicklungsausschuss mit dieser Möglichkeit beschäftigt. Hierfür müssten zahlreiche so genannte Access-Points aufgebaut werden. Foto: dpa

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